Braucht Ihre Firmenwebsite überhaupt ein CMS?
Am 21. Oktober 2026 wurde mit PHP2Shell eine kritische Sicherheitslücke in PHP bekannt. Sie erlaubte es, ohne jede Anmeldung Code auf dem Server auszuführen. Betroffen war praktisch jede PHP-Website, unabhängig davon, was auf ihr steht.
Für uns hieß das: 14 Installationen an einem Abend abschirmen und patchen. Für viele Verantwortliche in kleinen Unternehmen hieß es: eine Mail vom Dienstleister, eine Rechnung oder gar nichts. Dabei stellt sich eine einfache Frage: Wenn sich die Inhalte Ihrer Website kaum ändern, wofür läuft dort überhaupt ein Redaktionssystem?
Warum Ihre Website laufend Updates braucht
Ein Content-Management-System wie TYPO3 oder WordPress ist ein Programm. Es setzt jede Seite im Moment des Aufrufs zusammen. Dafür braucht es mehrere Schichten: Betriebssystem, Webserver, PHP, Datenbank, das CMS selbst und seine Erweiterungen.
Jede dieser Schichten bekommt Sicherheitslücken, und jede hat ihren eigenen Takt. Dazu kommen Versionen, die enden: TYPO3 13 etwa erhält noch bis Ende 2027 freie Updates, danach steht das nächste Upgrade an. All das passiert, auch wenn an Ihrer Website niemand etwas ändert.
Drei Sätze hören wir in diesem Zusammenhang oft:
- „Wir haben doch keinen Shop.“ Angriffe laufen automatisiert und prüfen nicht, was Ihre Website verkauft. Ein übernommener Server verteilt Schadsoftware, verschickt Spam oder greift andere an, und das geschieht unter Ihrem Namen.
- „Das macht unser Dienstleister.“ Fragen Sie nach, wann das letzte Update eingespielt wurde und wer es bezahlt hat. Updates, die niemand beauftragt und niemand berechnet, bleiben leicht liegen.
- „Kleine Lücken kann man ignorieren.“ Früher ging das eher. Heute vergeht zwischen der Veröffentlichung einer Lücke und ihrer Ausnutzung immer weniger Zeit.
Der Selbsttest
Vier Fragen zeigen schnell, wo Ihre Website steht:
| Frage | Statisch reicht | CMS ist sinnvoll |
|---|---|---|
| Wie oft ändern sich Inhalte? | ein paar Mal im Jahr | mehrmals pro Woche |
| Wer ändert sie? | eine Person oder der Dienstleister | mehrere Redakteure |
| Gibt es Login, Shop oder Kundenbereich? | nein | ja |
| Wie aufwendig sind Formulare? | Kontakt, Newsletter, Termin | Abläufe mit eigener Logik |
Stehen Ihre Antworten überwiegend in der mittleren Spalte, tragen Sie Technik, die Sie nicht nutzen, und bezahlen trotzdem ihre Pflege.
Was eine statische Website anders macht
Eine statische Website besteht aus fertigen Dateien. Sie werden einmal erzeugt und dann nur noch ausgeliefert. Es gibt kein PHP, keine Datenbank und keinen Login auf dem Server. Besucher merken davon nichts: Das Erscheinungsbild bleibt, und die Adressen können bleiben. Mehr dazu auf unserer Seite zu statischen Webseiten.
- Keine Software-Updates auf dem Server, weil dort keine Anwendung mehr läuft.
- Keine Notfalleinsätze wegen Lücken in PHP oder im CMS.
- Spürbar schneller: Bei unserer eigenen Website sank die Ladezeit durch den Wechsel von TYPO3 auf Jekyll um 84 %.
- Planbare Kosten: Es bleibt das Hosting, dazu Änderungen, wenn Sie welche möchten.
Der Preis dafür ist das Backend. Es gibt keine Oberfläche mehr, in der Sie selbst Texte ändern. Änderungen übernimmt Ihr Dienstleister, oder sie geschehen in einfachen Textdateien. Wer nur selten etwas ändert, verliert dadurch wenig.
Sicherheits-Updates sind der Preis für ein System, das laufend Inhalte verwaltet.
Auch eine statische Website ist nicht frei von Pflichten. Domain, DNS und die Zugänge zum Hosting müssen gut geschützt sein, und ein Formular braucht einen kleinen Dienst im Hintergrund. Entfallen ist die Software auf dem Server, die gepatcht werden muss.
Wann ein CMS die richtige Wahl bleibt
Wir bieten beides an, denn beides hat seinen Platz. Ein Redaktionssystem wie TYPO3 passt, wenn mehrere Menschen regelmäßig Inhalte pflegen, wenn es Rechte und Freigaben braucht oder wenn Shop und Kundenbereich dazugehören. Dann gehört die Wartung aber fest dazu und sollte vereinbart und budgetiert sein.
Formulare allein sind dagegen kein Grund für ein CMS: Terminbuchung und Newsletter-Anmeldung lassen sich auch von einer statischen Seite direkt ans CRM anbinden. Der Bedarf kann sich aber ändern. Guuru wechselte von WordPress auf eine statische Seite und setzt heute TYPO3 ein, denn dort pflegt die Redaktion Inhalte in mehreren Sprachen selbst. Mehr zur Abwägung finden Sie in unserer Entscheidungshilfe.
So läuft eine Umstellung
- Bestandsaufnahme: Welche Seiten, Sprachen und Formulare gibt es, und was davon wird wirklich genutzt?
- Gerüst: Das bestehende Erscheinungsbild wird als schlanke Vorlage nachgebaut.
- Inhalte: Texte und Bilder werden übernommen, die Adressen bleiben gleich.
- Vergleich: Alt und neu werden Seite für Seite gegeneinander geprüft.
- Umschalten: Die Domain zeigt auf die neue Website. Das alte System bleibt zunächst als Rückweg stehen und wird danach abgebaut.
Fazit
Wer Inhalte laufend pflegt, braucht ein CMS und seine Wartung. Wer das nicht tut, kann sich beides sparen. Prüfen Sie Ihre Website deshalb nicht erst beim nächsten Notfall, sondern jetzt, solange Sie in Ruhe entscheiden können.